Die gesellschaftliche Konstruktion von Autorschaft by Alessandra Corti (auth.)

By Alessandra Corti (auth.)

Alessandra Corti untersucht die spezifisch neuzeitliche Semantik der Autorschaft vor dem Hintergrund der Luhmannschen Gesellschaftstheorie. Die Autorin gibt die herkömmliche Verwendung des Begriffes als Kausalerklärung für die Entstehung von Werken auf. Stattdessen zeigt sie anhand der Entwicklungsgeschichte der Autorschaftssemantik gesellschaftliche Veränderungen auf, die beim Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit stattgefunden haben. Die Ausdifferenzierung der Systeme Wissenschaft und Kunst steht dabei im Mittelpunkt, da die Konstruktion von Autorschaft als Zurechnungskonvention die operationale Schließung und Stabilisierung dieser gesellschaftlichen Teilbereiche ermöglicht hat.

Show description

Read or Download Die gesellschaftliche Konstruktion von Autorschaft PDF

Similar german_9 books

Beatmung: (11. Wiener Intensivmedizinische Tage, 5.–6. Februar 1993)

Die respiratorische Insuffizienz stellt eines der zentralen Probleme des Patienten auf der Intensivstation dar. Durch Verbesserung der Technik in der maschinellen Beatmung und in den augmentierenden Verfahren sowie in der medikamentösen Therapie ist es in den letzten Jahren gelungen, große Fortschritte in der Behandlung dieser Patienten zu erzielen.

Steuerstrafrecht: Grundlagen – Anwendungsfelder – Musterfälle

Das Buch gibt einen kompakten Überblick über alle relevanten Themen des Steuerstrafrechts und die damit zusammenhängenden Fragen des allgemeinen Strafrechts bzw. des Strafprozessrechts. Die Autoren legen großen Wert auf Praxisnähe und verdeutlichen die wichtigsten Problemfelder anhand zahlreicher Musterfälle mit Lösung sowie Übersichten.

Additional info for Die gesellschaftliche Konstruktion von Autorschaft

Example text

S. 96. 84 Der Code der Massenmedien wird von Luhmann allerdings als die Unterscheidung von Information und Nichtinformation angegeben, vgl. , RM, S. 36. ss Vgl. , S. 124. 86 Vgl. , S. 118 f. 87 In der Kunst werden Kommunikationen an Kommunikationen selbst dann angeschlossen, wenn es zum Programm der Kunst gehört, Neues zu schaffen. Denn um einen Bruch ntit schon Vorhandenem zu markieren, muß man es zuntindest kennen. V gl. dazu Luhmann, Die Behandlung von Irritationen, in: GeS, Band 4, S. 55-100, hier S.

Deshalb spricht Luhmann davon, daß über Autorschaft in den Systemen Wissenschaft und Kunst 'Zweitcodierungen' errichtet worden sind. 69 Bei Zweitcodierungen handelt es sich um Zusatzeinrichtungen, die sozialen Systemen noch bei einem hohen Komplexitätsgrad kommunikative Anschlußfahigkeit garantieren - ohne deren beobachtungsleitende Codierung zu unterlaufen. Als Zweitcodierung hat Autorschaft in den erwähnten Systemen eine genau bestimmbare Funktion. Nach systemtheoretischen Prämissen bedeutet dies indes nicht, daß Kommunikation auf einen Menschen als Autor zurückgerechnet werden kann.

Der Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit hat nicht lediglich eine Wandlung und inhaltliche Erweiterung von Semantiken mit sich geführt, sondern auch die Veränderung der Struktur der Gesellschaft; neben den Schichten als den gesellschaftlichen Teilsystemen mit der beobachtungsleitenden Unterscheidung oben/unten, sind mit einem anderen Code ausgestattete Systeme gesellschaftlich ausdifferenziert worden. , S. 100. O, Hervorhebungen im Original. Diese Abkehr läßt sich anhand der Wandlung, die die Bedeutung von 'modern' im Vergleich zum Mittelalter erfahren hat, belegen.

Download PDF sample

Rated 4.73 of 5 – based on 31 votes