Dimensionen der Wissensvermittlung in Beratungsprozessen: by Clinton Enoch

By Clinton Enoch

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Mathematik für Ingenieure und Naturwissenschaftler Band 1, 13. Auflage

Mit seiner un? bertroffenen didaktischen Konzeption erm? glicht das Buch einen nahtlosen ? bergang von der Schul- zur anwendungsorientierten Hochschulmathematik. Die leicht verst? ndliche und anschauliche paintings der Darstellung hat das Buch zum Standardwerk der Ingenieurmathematik werden lassen.

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Was gegenüber dem Kant’schen Denken zerfallen ist, ist die eine Welt, gedacht als gemeinsamer Erfahrungs- und Erlebnisraum. Die Unendlichkeit des Weltwissens enthält keine verbindende Klammer mehr. Im neueren systemtheoretischen und konstruktivistischen Denken, das zur Postmoderne-Debatte gerechnet werden kann, wird Wissen als Ressource jedoch rationalisiert und materialisiert. Der subjektive Erfahrungsraum ist nun holistisch und unendlich. Der Unterschied zur Kant’schen Definition besteht im immer wiederkehrenden Verweis auf sich selbst.

Lyotard 1982: 9) Im Gegensatz zu Kant liegt das Signum des postmodernen Wissens laut Lyotard also nicht im Erkennen von eigenen oder gesellschaftlichen Wissensbeständen, sondern im Trost, die Uneindeutigkeit, die Paralogie, zu ertragen. Zudem erstrecken sich Erkenntnisziele nicht auf die Verbalisierung und Externalisierung von Wissensbeständen, sondern auf die Akzeptanz, das Nicht-Mitteilbare zu ertragen. Diese sehr pessimistische Grundhaltung in Bezug auf soziale Interaktion zielt darauf ab, gesellschaftliche Rahmenbedingungen zu dechiffrieren.

Es sind aber die gesellschaftlichen Ausgangsbedingungen selbst, die problemverstärkend wirken und eine rein individuumsbezogene und entscheidungstheoretische Sicht erschweren. Was Wimmer am Ende seiner Argumentation fordert, ist keine erneute Reflexion über die Möglichkeiten des Subjekts, Wissen im selbstbestimmten und selbst gesetzten Sinne aufzubauen und zu erhalten, und auch nicht die Beantwortung der Frage, wie ein neuer Wissensbegriff entwickelt werden könnte. Ihn interessiert vielmehr die Verantwortungsübernahme des erziehungswissenschaftlichen Feldes: „Die erziehungswissenschaftliche Reflexion steht damit nicht nur vor der Aufgabe einer Diagnose der Wandlungen im Gegenstandsfeld, sondern zu fragen ist auch nach einer dieser Transformationsprozessen angemessenen Antwort, worin also die zukünftigen Aufgaben bestehen und auf welche Welt die nachwachsende Generation eigentlich vorbereitet werden muss.

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