Urbane Events by Gregor Betz, Ronald Hitzler, Michaela Pfadenhauer

By Gregor Betz, Ronald Hitzler, Michaela Pfadenhauer

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Mathematik für Ingenieure und Naturwissenschaftler Band 1, 13. Auflage

Mit seiner un? bertroffenen didaktischen Konzeption erm? glicht das Buch einen nahtlosen ? bergang von der Schul- zur anwendungsorientierten Hochschulmathematik. Die leicht verst? ndliche und anschauliche artwork der Darstellung hat das Buch zum Standardwerk der Ingenieurmathematik werden lassen.

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Er stammt von Juvenal, dem großen Satiriker Roms, der von etwa 60 bis 140 nach Christus lebte. „Brot und Spiele“ – ein geÀügeltes Wort, das kennzeichnen soll, was die Massen brauchen, was sie begeistert und politisch ruhig stellt. Über die Feiern zur Einweihung des Kolosseums im Jahr 80, die mehrere Wochen dauerten, hat uns der Àavische Hofdichter Martial im Liber Spectaculorum, dem „Buch der Spiele“, ausführlich unterrichtet. Die große Mehrzahl der etwa 50 Tausend Zuschauer gehörte zur besitzlosen plebs urbana; den Eintritt bezahlten sie mit Ritualen zur Verherrlichung des Kaisers, der, für alle sichtbar, mit seinem Hofstaat auf einer Empore thronte.

Der Circus Maximus, ein Stadion am Abhang des Palatin, der Ort der großen Wagenrennen mit Vierergespannen – wie aus dem Film Ben Hur bestens bekannt – hat eine Rennbahnlänge von 550 m und 80 m Breite. Die Tribünen rundum sollen bis zu 200 Tausend Zuschauer gefasst haben. Nur die Pläne von Albert Speer für ein Stadion auf dem Nürnberger Parteitagsgelände (vgl. Kapitel 4) übertrafen diesen Zuschauer-Rekord (jedoch außerhalb des Stadtzentrums). 30 3 Bernhard Schäfers Feiern in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Stadt Auch die mittelalterliche Stadt war durch Feste und Spiele in hohem Maße geprägt; nunmehr bestimmten biblische Ereignisse und Gestalten und die große Zahl der Heiligen und Märtyrer deren Anlass und Ausgestaltung.

Der Kölner Dom hätte elf Mal auf diese Fläche gepasst. Nur wenige andere Ereignisse haben die Menschen so sehr auf die neue Zeit eingestimmt wie die in der Massenpresse – eine wichtige Innovation des neuen Zeitalters – breit dokumentierten Weltausstellungen. Bei der zweiten Weltausstellung, die 1855 in Paris stattfand und die durch den repräsentationssüchtigen Kaiser Napoleon III. eröffnet wurde, zeichneten sich weitere Grundmuster von Event und Festivalisierung im Industriezeitalter ab. Die erste Weltausstellung hatte rund 6 Millionen Besucher, die dritte, Paris 1867, bereits 15 Millionen.

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